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06.08.2015

21.000 Verlage auf einen Blick

Das neue Titelinformationssystem VLB-TIX geht in die Pilotphase – mit dem Anspruch, Kernprozesse des gesamten deutschsprachigen Buchhandels zu optimieren.

Nicht nur Buchhändler benötigen laufend aktuelle Informationen über Neuerscheinungen – auch Journalisten und Blogger warten mit Spannung auf neues Lesefutter und sind wichtige Multiplikatoren für die Buchbranche. Die Vermarktung von Novitäten verlief bisher meist über Verlagsvorschauen und Empfehlungslisten. In gedruckter Form erweisen sich diese mittlerweile oft als wenig effektiv, erst recht bei der Präsentation von eBooks. So nutzen Autoren und Verlage längst das Internet zur Ansprache von Endkunden, sei es mit Video-Interviews, Textauszügen oder anderem digitalen Zusatzmaterial. Im Vergleich dazu wirken die gedruckten Medien der Handelskommunikation oft statisch und inflexibel.

Auf diesen Bedarf reagiert das branchenweite digitale Titelinformationssystem VLB-TIX, das die Präsentation von Novitäten entscheidend verbessern und die Einkaufsprozesse optimieren soll. Die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH und die NEWBOOKS Solutions GmbH haben eigens ein Joint Venture gegründet, um diese ehrgeizige Idee zur Marktreife zu bringen. iucon, Gesellschafter von NEWBOOKS Solutions, zeichnet dabei für die technische Entwicklung von VLB-TIX verantwortlich. Der Anspruch auf Marktführerschaft gründet nicht nur in der technologischen Qualität des Systems, sondern auch in der Verbindung mit dem Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) sowie der NEWBOOKS Datenbank: VLB-TIX erhält von Beginn an Zugriff auf den größten deutschen Katalog bibliographischer Daten – 21.000 Verlage melden ihre Titel an das VLB.

Bereits die Präsentation eines lauffähigen Prototypen während der Frankfurter Buchmesse 2014 fand branchenweit Beachtung. Features wie die über ein CMS frei gestaltbaren Titel-Detailseiten, der Massenimport von ISBN oder die leichte Verknüpfung mit Werbemitteln sorgten für äußerst positive Resonanz. Anerkennung von IT-Experten erfuhr insbesondere die Lösung für das Datenhandling in VLB-TIX. Denn trotz des branchenweit akzeptierten Metadatenstandards ONIX liegen viele Titelinformationen in unterschiedlichsten Formaten vor. Diese Heterogenität zu überwinden, erfordert in üblichen relationalen Datenbanken eine Transformation, die sowohl rechen- als auch zeitintensiv ist. Das Entwickler-Team entging diesem Dilemma durch den Einsatz von MarkLogic. Diese NoSQL-Datenbankplattform kann mit ihrem flexiblen Datenmodell sowohl komplex strukturierte ONIX-Daten als auch unstrukturierte Daten gemeinsam in Echtzeit analysieren – ohne vorherigen Transformationsprozess! Selbst bei Recherchen über alle Verlage hinweg werden die Suchergebnisse in VLB-TIX dynamisch bereitgestellt.

Seit Ende Mai 2015 testen nun 50 Unternehmen aus verschiedensten Bereichen der Buchbranche das System auf Herz und Nieren. Das Feedback fließt in die Finalisierung des Titelinformationssystems ein, sodass bereits die Frühjahrsnovitäten 2016 mit VLB-TIX präsentiert werden können.

 

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